Wer sind die Baumfreundlichsten Gemeinden in NÖ –
5. NÖ Baumtag diesmal mit tierischer Unterstützung
 
Der 5. NÖ Baumtag bekam erstmals tierische Unterstützung von Spürhunden: Die Anoplophora-Spürhunde können mit ihrem feinen Geruchssinn kleinste Spuren von zwei gefährlichen fremdländischen Schadinsekten – dem Asiatischen Laubholzkäfer Anoplophora glabripennis (ALB) und seinem „Bruder“, dem Citrusbockkäfer Anoplophora chinensis (CLB) – aufspüren und anzeigen. Bisher wurden diese beiden Käfer durch die visuellen Methoden von Kontrolleuren und Baumsteigern erkannt.
 
Drei dieser Hunde wurden heute vom Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW) im Kurpark Baden anlässlich des 5. NÖ Baumtages vorgeführt und zeigten eifrig ihr fachliches Können.
 
BESUCHERREKORD
Neben über 400 Anmeldungen für den 5. NÖ Baumtag kamen etliche Besucher unangemeldet zur Fach-Tagung und Messe. Somit ist der Baumtag die grösste Veranstaltung zum Thema „Baum“ in Österreich. Den diesjährigen Baumtag eröffnet Landtagsabgeordnete Bürgermeisterin Erika Adensamer.
 
„Bäume sind gut“ – diese gemeinsame Idee wurde als Aktion von der ISA initiiert und wird von Österreich mitgetragen. Als Symbol erhielt jeder Tagungsbesucher ein grünes Band.
 
BAUMFREUNDLICHSTE GEMEINDEN IN NÖ
Bei jedem NÖ Baumtag werden Baumfreundlichste Gemeinden in NÖ in verschiedenen Kategorien, nach Einwohnerzahl gestaffelt, ausgezeichnet.
 
Die Naturschutzabteilung des Landes Niederösterreich zeichnete die Gemeinde Willendorf als „Baumfreundlichste Gemeinde 2009“ in der Kategorie bis 5 000 Einwohner aus. Willendorf hat den 1. Preis verdient, weil die Gemeinde im vergangenen Jahr umfassend zum Thema Baum gearbeitet hat: Die Bevölkerung wurde eingebunden, viele neue Bäume wurden gepflanzt, auch viele Altbäume sind in der Pflege der Gemeinde. Neben der Urkunde gewann Willendorf eine Plakette sowie einen Kronenpflegeschnitt, gespendet von der Firma Jakel, für einen Altbaum in der Gemeinde.
 
In der Kategorie bis 10 000 Einwohner lagen zwei Gemeinden Kopf an Kopf – die Jury entschied sich dann, zwei Preise zu vergeben: Einmal gewann die Gemeinde Kottingbrunn – hier kümmert man sich seit Jahren vorbildlich um einen grossen Schlosspark, die Gemeinde pflanzte viele neue Bäume und zieht für das Thema Baum regelmässig Experten bei. Neben Urkunde und Plakette gewann Kottingbrunn einen Jungbaum, gespendet von der Firma Praskac. Die zweite Gewinnerin in dieser Kategorie heisst Breitenfurt bei Wien, weil die Gemeinde ein Konzept zur Entwicklung ihres Baumbestandes ausgearbeitet hat. Darin sind Nachpflanzungen verpflichtend festgelegt. Breitenfurt setzt Schwerpunkte und befasst sich derzeit vor allem mit der Erhaltung ihrer alten Alleen. Diese Gemeinde erhielt neben Urkunde und Plakette ebenfalls einen Jungbaum, gespendet vom Maschinenring-Service Österreich.
 
In der Kategorie Gemeinden bis 15 000 Einwohner gewann Waidhofen an der Ybbs. Diese Gemeinde arbeitet seit 1995 konsequent am Thema Baum in der Stadt, sie führt seit langen Jahren eine laufende Baumkontrolle durch und auch die Pflege des Altbaumbestandes wird konsequent betrieben: Die Gemeinde ist vor allem bestrebt, die alten Bäume so lange wie möglich zu erhalten. Waidhofen erhielt neben Urkunde und Plakette ebenfalls einen Jungbaum, gespendet vom Garten- und Landschaftsbau Verband Österreich.
 
Bei den Gemeinden über 15 000 Einwohnern siegte die Stadt Schwechat – diese Stadt betreibt seit Jahren vorbildliche Baumpflege. Sie hat Experten zum Thema Baum in der Verwaltung, handelt in Bezug auf Gestaltung und Verwendung von Bäumen sehr innovativ, beteiligte sich an Schulungsprogrammen und hat in den letzten Jahren 723 Bäume nachgepflanzt. Als Preis-Prämie erhielt Schwechat neben Urkunde und Plakette einen Naturerlebnistag für zehn Personen, gespendet und organisiert von den Österreichischen Bundesforsten.
 
Die Urkunden verlieh Landesrat Dr. Stephan Pernkopf an die stolzen Bürgermeister der Sieger-Gemeinden.
 
Im Zuge des Gemeinden-Wettbewerbs wurde auch um schöne Baumfotos aus der Gemeinde gebeten – zwei Gemeinden sandten besonders schöne Bilder: Stadtgemeinde Bad Vöslau in der Kategorie Einzelbaum, Marktgemeinde Pitten in der Kategorie Baumbestand.
 
Der Baumtag wird aus Mitteln des Österreichischen Programms für die Entwicklung des Ländlichen Raums gefördert.
 
BERGAHORN IST BAUM DES JAHRES
Der Bergahorn ist Baum des Jahres 2009. Die Tagungsteilnehmer freuten sich über einen kleinen Bergahorn zum Mitnehmen. DI Wolfgang Suske informierte über den Bergahorn. Suske wurde übrigens als Urvater des NÖ Baumtages geehrt: Er inittierte im Jahr 2000 den ersten Baumtag.
 
WIE VERKEHRSSICHER SIND UNSERE BÄUME?
Der diesjährige Programm-Schwerpunkt lautete: „Die Verkehrssicherheit von Bäumen geht uns alle an.“
Der Vortrag von Dr. Walter Grabmair griff den Aspekt der voreiligen Baumfällungen heraus und titelte ganz aktuell: „Vernichten wir unser Kapital in Zeiten der Krise?“
 
Die Podiumsdiskussion stellte Fragen wie:
-       Wird es in Zukunft überhaupt noch grosse Bäume in unseren Städten und Dörfern geben, oder siegt das Sicherheitsdenken?
-       Gemeinden leiden oft unter Klagen bei Schäden durch Bäume: Kommt es soweit, dass für jeden Baum in der Gemeinde ein Sicherheitsgutachten erstellt werden muss?
 
 
-       Reagiert die Versicherungswirtschaft auf die Situation der Zivilklagen an die Gemeinden um Schadenersatz bei Unfällen mit Bäumen? Sind solche Risiken versicherbar und wirkt sich eine Baumkontrolle in der Gemeinde auf eventuelle Prämien aus?
-       Konkrete Empfehlungen an die BaumbesitzerInnen?
 
BAUM-VORTRÄGE
-       „Alleen - Verschwindende Denkmäler unserer Landschaft?“ fragte Ing. Sabine Auer, wobei sie aktuelle Strategien, die im Land NÖ verfolgt werden, ansprach.
-       „Der Wurzelvorhang – eine Gardine zum Schutz der Baumwurzeln?“ von Ing. Joseph Klaffenböck.
-       „Prachtkäfer und Blausieb“, diese beiden Baumschädlinge untersuchte Dr. Christian Tomiczek, Leiter des Instituts für Waldschutz (BFW).
-       „Baumpilz“, diesem Thema widmete sich Robert Grill vom Magistrat Graz.
 
UND DANN DIE PRAXIS…
Höhepunkt des reichhaltigen Rahmenprogramms im Badener Kurpark war – neben den eingangs vorgestellten Spürhunden – die Rettung aus der Baumkrone.
 
Auch die begleitende Fachmesse wurde gut besucht, viele Interessenten wanderten durch die Stände von rund 30 Ausstellern, darunter Abteilung Naturschutz der NÖ Landesregierung, Facultas Universitätsbuchhandlung, Allianz Trees Austria, Baumpflege Kreitl, International Society of Arboriculture (ISA), Ruthmann GmbH, Seilkletter Handels GmbH – Freeworker, u.v.m.